Jeder, der sich die Muster von Pfauenfedern anschaut, ist beeindruckt
von deren Schönheit. Erst vor kurzem haben Wissenschaftler
entdeckt, daß diesen Mustern eine erstaunliche Struktur zu
Grunde liegt.
Chinesische Wissenschaftler haben einen sehr feinen Mechanismus
von winzigen Härchen in den Pfauenfedern gefunden, die verschiedenen
Wellenlängen des Lichts filtern und reflektieren. Der Physiker
Jian Zi und seine Kollegen an der Fudan Universität veröffentlichten
die Ergebnisse ihrer Studie in der Zeitschrift „Proceedings
of the National Academy of Sciences“. Darin erklärten
sie, dass die leuchtenden Farben der Federn nicht durch Pigmente
entstehen, sondern durch winzige, kristallähnliche Strukturen.
(1)
Zi und seine Kollegen suchten mit leistungsstarken Elektronenmikroskopen
nach dem Geheimnis der Farben in den Federn. Sie untersuchten die
mikroskopisch kleinen Härchen des männlichen grünen
Pfaus (Pavo rnuticus), die an den Ästen seitlich des zentralen
Federschafts sitzen.
Unter dem Mikroskop entdeckten sie den Gitteraufbau, der auf dem
rechts abgebildeten Schwarz-Weiß-Foto zu sehen ist. Er besteht
aus Stäben aus Melanin, einem Protein, die mit Keratin, einem
weiteren Protein, miteinander verbunden sind. Die Forscher beobachteten,
daß diese Strukturen, jede einzelne Hunderte Male dünner
als menschliches Haar, hintereinander auf den Mikrohaaren angeordnet
sind. Mit Hilfe zusätzlicher optischer Untersuchungen und Berechnungen
schauten sich die Wissenschaftler die Zwischenräume der Kristalle
und deren Wirkung an. Sie fanden heraus, daß die Abmessungen
und Formen der Gitterzwischenräume dazu führen, daß
das Licht in unterschiedlichen Winkeln reflektiert wird und dadurch
unterschiedliche Farben entstehen.
„Der Schwanz des männlichen Pfaus erhält seine
außergewöhnliche Schönheit durch seine leuchtenden,
schillernden, vielfältigen farbintensiven Augenmuster,“
sagt Zi, und ergänzt, „als ich mir die Augenmuster gegen
das Sonnenlicht anschaute, war ich beeindruckt von der außergewöhnlichen
Schönheit der Federn.“ (2) Zi erklärte,
daß bis zu seiner Studie das genaue physikalische Prinzip,
das den Farben der Pfauenfedern zugrunde liegt, noch unbekannt war.
Das von den Forschern gefundene Prinzip ist genial, obwohl es äußerst
einfach ist.
Es gibt offensichtlich einen ganz speziellen Aufbau der Pfauenfedern-Muster.
Die winzigen Gitter und Zwischenräume darin sind äußerst
wichtig für diesen Aufbau. Besonders eindrucksvoll ist die
Anordnung der Zwischenräume. Wären Sie nicht so angeordnet,
daß sie Licht in unterschiedlichen Winkeln reflektierten,
dann wäre diese Farbenvielfalt nicht vorhanden.
Der größte Teil der Farben der Pfauenfedern basiert
auf dieser strukturellen Färbung. Es gibt keine Pigmente in
den Teilen der Federn, die die strukturelle Färbung aufweisen.
So können Farben entstehen, ähnlich denen auf der Oberfläche
von Seifenblasen. Die Farbe von menschlichem Haar entsteht durch
Pigmente. Wie sehr jemand seine Haare auch pflegen mag, sie werden
niemals die Leuchtkraft und Schönheit der Pfauenfedern erreichen.
Diese grossartige Struktur des Pfaus dient außerdem als
Inspiration für industrielle Konstruktionen. Andrew Parker,
Zoologe und Farbexperte an der Universität von Oxford, interpretierte
Zis Ergebnisse und sagte, daß die Entdeckung sogenannter photonischer
Kristalle in Pfauenfedern für Wissenschaftler die Basis zur
Entwicklung von Strukturen für industrielle und kommerzielle
Anwendungen bilden könnte. Die Kristalle könnten dazu
genutzt werden, Licht in Telekommunikationsgeräten zu leiten
oder um neue winzige Computerchips herzustellen. (3)
Der Pfau besitzt erstaunliche Muster und eine ganz besondere Struktur.
Durch Nachahmung dieses Mechanismus können wir vielleicht sogar
schon in naher ZukunftGebrauchsgüter und Accessoires in leuchtender
Verpackung sehen. Wie aber konnte solch ein einzigartiges, intelligentes
und eindrucksvolles Design entstehen? Weiß der Pfau, daß
die Farben seiner Federn von Kristallen und deren Zwischenräumen
bestimmt werden? Sind die Federn an seinem Körper von selbst
entstanden und haben sie sich später dafür entschieden,
einen Farbmechanismus zu entwickeln? Konnte der Pfau dann diesen
Mechanismus so anpassen, daß dieses eindrucksvolle Design
entstand? Natürlich nicht.
Wenn wir beispielsweise ein wunderschönes Muster aus farbigen
Steinen am Ufer eines Flusses entdecken, und wir erkennen, daß
dieses Muster augenähnliche Bilder aufweist und wie ein Fächer
angeordnet ist, dann würden wir sofort denken, daß es
bewußt dort angelegt wurde und nicht, daß es einfach
durch Zufall dort entstanden ist. Es wäre deutlich, daß
dieses Muster, das die Sichtweise eines Künstlers widerspiegelt
und den ästhetischen Sinn des Menschen anspricht, von einem
Künstler geschaffen wurde. Das gleiche gilt für die Federn
des Pfaus. Genauso, wie Bilder und Aufbau die Existenz des Künstlers
enthüllen, der sie erschaffen hat, so enthüllen die Pfauenfedern
die Existenz ihres Schöpfers. Es besteht kein Zweifel, daß
es Allah war, Der die kristallähnlichen Strukturen der Pfauenfedern
so angeordnet und zusammengestellt hat und solch wunderschöne
Muster erschaffen hat. Allah berichtet über Seine makellose
Schöpfung in einem Quranvers:
Er ist Allah, der Schöpfer, der Urheber, der Formgebende.
Sein sind die schönsten Namen. Ihn preist, was in den Himmeln
und auf Erden ist; Er ist der Mächtige, der Weise. (Sure 59:24
– al-Haschr)
1- Jian Zi et al, "Coloration strategies in peacock feathers",
PNAS 2003;100 12576-12578; http://www.pnas.org/cgi/content/abstract/100/22/12576?etoc
2- John Pickrell , "Physics Plucks Secret of Peacock Feather
Colors", 17. Oktober 2003, http://news.nationalgeographic.com/news/2003/10/1016_031017_peacockcolors.html
3- “Physics Plucks Secret of Peacock Feather Colors”
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